Rückblick auf die Wanderung in Diez am 14.08.2016


Die Wanderung des Taunusklubs Bad Ems ging am Sonntag, den 14.08.16 vom Diezer Bahnhof durch den Landschaftspark Wirth und weiter durch den Vorderwald bis nach Holzheim. Insgesamt 24 Teilnehmer/innen nutzten die Gelegenheit bei diesem schönen Wetter eine unvergessliche Aussichtsstrecke zu bewältigen.
In Holzheim machte sich die B-Gruppe auf den Weg zur Burgruine Ardeck, während die A-Gruppe weiter zum Naturschutzgebiet Mensfelder Kopf aufstieg. Auf dem 314 m hohen Bergrücken, der aus Taunusquarz und Tonschiefer besteht, ist ein bedeutsames Zwergstrauch-Heidevorkommen zu bewundern und dies steht derzeit in voller Blüte - ein lila Traum. Die reichlich vorhandenen Bänke luden hier zu einer längeren Pause ein. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über dieses schöne Kleinod mit einem Rundumblick.
Nach der Mittagsrast gingen die Wanderer weiter zum „Neuen Schloss“ von Diez. Hier waren die Anfänge des Bauvorhabens zu bestaunen. Allerdings auch der erfolgreiche Versuch der Natur ihren geraubten Platz wieder zurück zu erobern. Die Wildkräuter wächsen mittlerweile aus jedem gepflasterten Bereich.
Danach ging es durch Freiendiez und weiter über die Felgestraße zum Stadtwald Hain. Wo sich die Gruppe im "Cafe im Hain" von der sonnigen Tour erholen konnte.
B-Gruppe vor der Ruine Ardeck

A-Gruppe auf dem Mensfelder Kopf

B-Gruppe auf dem untergegangenen Parkplatz des "Neuen Schlosses"

Rückblick auf die Wanderung in Gerolstein am 10.07.2016



Die Bustour im Juli führte den Taunusklub in die Vulkaneifel nach Gerolstein und Umgebung. Dort waren für beide Wandergruppen verschiedene Strecken geplant. Die A-Gruppe wanderte auf dem Eifelsteig von Hillesheim nach Gerolstein zum Forsthaus Kasselburg zur gemeinsamen Schlussrast. Es war eine Wanderung durch die Vorzeitliche Erdgeschichte mit den Höhepunkten Mühlsteinabbau, Munterley hoch über Gerolstein, der Papenkaule mit diesen sehenswürdigen Besonderheiten: Dort ist der Lavastrom seitlich ausgetreten und hat die sogenannte Hagelskaule gebildet. Die andere Besonderheit ist die Buchenlochhöhle, die vor Millionen Jahren durch die lösende Kraft des fossilen Grundwassers aus dem Stein gewaschen worden ist.  Die B-Gruppe wanderte auf zwei gut ausgeschilderten Wanderwegen dem Keltenpfad und  Felsenweg. Auch hier gab es einige schöne Punkte, die sehenswert waren. Die neugotische Büschkapelle und der Dietzenley mit herrlichem Ausblick in die umliegende Landschaft.Danach wurde eine ausgiebige Mittagsrast am Heiligenstein genossen.
Zurück in Gerolstein trennten sich die Wanderer. Während ein paar im Ort blieben, bewältigen die anderen den steilen Anstieg des Felsenpfades. Der Rest des Weges bis zum Forsthaus Kasselburg diente der Erholung. Die Senioren erkundeten Hillesheim, die Krimistadt der Eifel. Nach der Schlussrast ging es dann mit dem Bus nach Bad Ems zurück, wo ein schöner Wandertag seinen Abschluss fand.
Vor der Büschkapelle

Mittagsrast auf dem Heiligenstein

Rückblick auf die Wanderwoche vom 19. - 26. Juni 2016 in Mühlhausen/Thüringen



Bauernkrieg und Weltnaturerbe Hainich



Sechsundzwanzig Taunusklubmitglieder und ein Gast aus München waren dem Angebot des Vorsitzenden Gerd Unruh gefolgt, um eine Wanderwoche am Hainich zu erleben. In der ehemaligen freien Reichs- und Thomas-Müntzer-Stadt Mühlhausen war man optimal einquartiert.



Am Anreisetag konnten sich alle noch mal vor dem Abendessen bei einem Rundgang durch die um die mittelalterliche Stadtmauer angelegten Grünanlagen die Beine vertreten.



An zwei Tagen wurden Teilstrecken des Pilgerweges Loccum - Volkenroda erwandert. Er erinnert seit 2002 an Mönche, die 1163 von der Zisterzienserabtei Volkenroda aus das Kloster Loccum bei Hannover gegründet haben. Bei der Wanderung durch die offene Feldflur konnte man Blumen bewundern, die bei uns schon lange verschwunden sind: Erdnussplatterbse, Feldrittersporn, Sommeradonisröschen und Tragant waren häufig am Wegrand zu finden. In Volkenroda wurde 2001 der Christuspavillon der Expo Hannover wiederaufgebaut. Er ersetzt das baufällig gewordenen Längsschiff der ehemaligen Klosterkirche.



Die Flachetappe von Zella bzw. Horsmar entlang der Unstrut nach Mühlhausen war idealerweise auf den schwülwarmen Freitag gelegt und extra früh gestartet worden. Hierdurch konnte der heiße Nachmittag individuell gestaltet werden.



Zwei Wanderungen führten in den Hainich. Die eine führte entlang des Poppenröder Baches und vorbei am Schwanenteich in den Mühlhäuser Stadtwald. Der Schwanenteich machte mit zwölf erwachsenen und zehn jungen Schwänen seinem Namen alle Ehre. Aber auch die Küken der Blässralle mit ihrem farbenfrohen Daunenkleid erfreuten die Wanderer. In der Nähe des Schwanenteiches befindet sich die gefasste Erdfallquelle des Poppenröder Baches. Im Quelltopf schweben an steinbeschwerten Schnüren Blumensträuße, die anlässlich des Poppenröder Brunnenfestes dem Quellgeist „geopfert“ wurden. Im benachbarten pittoresken Poppenröder Brunnenhaus mit reichverziertem Fachwerkobergeschoß aus dem 17. Jahrhundert wurden einst rauschende Feste gefeiert.



Der auf Muschelkalk stockende Buchenmischwald präsentierte mit rotem und weißem Türkenbund, gelbem Eisenhut, Vogelnestwurz und geflecktem Knabenkraut weitere botanische Besonderheiten.



Ein Höhepunkt der Wanderwoche war der Besuch des Baumkronenpfades im Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe Hainich. Der als breite Rampe angelegte 534 m lange Weg bietet an verschiedenen Stationen viel Wissens- und Staunenswertes über die Natur der Hainichregion. Vom 44 m hohen Aussichtsturm konnte man seinen Blick über die in unterschiedlichen Grüntönen leuchtenden Baumkronen des aus Eichen, Buchen, Hainbuche, Linden, Ahorn, Eschen, Kirschen und vereinzelten Elsbeeren und Ulmen bestehenden „Urwald“ in die Ferne schweifen lassen. Aufmerksame Teilnehmer entdeckten in einer abgestorbenen Buche die Kinderstube einer Waschbärenfamilie. Im Anschluss bot der Rundgang mit einem Naturpark-Ranger noch vertiefende Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Entwicklungsziele des Nationalparks.



Eine Führung durch die einst freie Reichsstadt Mühlhausen mit ihren 21 zugehörigen Dörfern eröffnete dank der kenntnisreichen und engagierten Stadtführerin tiefe Einblicke in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im gar nicht so dunklen Mittelalter. Dank nur geringer Kriegszerstörung konnten Bauzeugnisse verschiedener Stilepochen auf engstem Raum bewundert werden. Sie sind ein beredtes Zeugnis der durch Tuch- und Lederherstellung, Färbereien und Fernhandel reich gewordenen Bürgerschaft. Durch ein von Bund und Land Thüringen aufgelegtes Förderprogramm konnten viele dieser Gebäude fachgerecht saniert und modernen Wohnansprüchen angepasst werden. Ein zweiter Schwerpunkt der Führung lag auf dem Wirken des Reformators, Revolutionärs und Bauernführers Thomas Müntzer, welcher durch die Schlacht bei Frankenhausen zu trauriger Berühmtheit gelangte. Im Bauernkriegsmuseum konnte, wer wollte, die erhaltenen Informationen vertiefen. Die hier dokumentierten 12 Artikel beweisen, dass die gegen die ausufernden Lasten der Feudalherren gegenüber der Landbevölkerung erhobenen Forderungen durchaus unserem heutigen Demokratieverständnis entsprechen.



Einige unermüdliche Teilnehmer nutzten den freien Nachmittag zu einer Wanderung vom Mittelpunkt Deutschlands bei Niederdorla zurück nach Mühlhausen.



Den Abschluss der Wanderwoche bildete die Wanderung von Nazza nach Mihla vom westlichen Rand des Hainich ins Werratal. Hiermit wurde der Eindruck der abwechslungsreichen Landschaft der Hainichregion vervollständigt.

Selbst für eine nicht mehr so wanderfitte Teilnehmerin bot Mühlhausen so viel Abwechslung, dass keine Langeweile aufkam. Beim Abschlussabend wurde dem Organisator und seinem Helfer für die gelungene Durchführung der Wanderwoche gedankt.




Rückblick auf die Wanderung auf dem Traumpfad Saynsteig am 12. Juni 2016



Als sich die Wandergruppe morgens am Emser Westbahnhof trifft, herrschen noch besorgte Blicke zum Himmel, Jacken und gezückte Regenschirme vor. Der ein oder andere Wanderfreund war angesichts der chaotischen Wetterkapriolen gleich zu Hause geblieben. Als die Gruppe nach Bahn- und Busfahrt dann aber am Schloss Sayn ausstieg, fielen nur noch ein paar Tropfen bevor sich die Himmelsschleusen für die Zeitdauer der Wanderung völlig schlossen. Und bei angenehmen Wanderwetter – wenn auch mit eingetrübter Fernsicht – konnten sich A- und B-Gruppe auf ihre Runden auf den Traumpfad Saynsteig begeben. Ein erster Abstecher galt der Prämonstratenser Abtei Sayn mit ihrem romanischen Kreuzgang und Außenmalereien. An Hein’s Mühle(nmuseum) ging es dann hinauf zum Plateau der 200 m Rheintrasse „Loh“ mit eingetrübter Aussicht auf das Rheintal. Vorbei am Meisenhof stieß die Wanderschar auf den nördlichen Zipfel des Limes und bewunderte einen rekonstruierten Wachturm. Nach einem Abstieg führte dann der zum Dschungelpfad mutierte Steig durch das Schotterbett des Brexbach in ein Seitental hinein. Durch den Eidgert galt es am Ende das Bergplateau zwischen Sayn und Brexbach zu erklimmen und das dort liegende Stromberg zu umrunden. Durch den Stadtwald Bendorf und den Staatsforst, am Burgberg entlang, ging es weiter bis zur Oskarhöhe mit tollen Aussichten auf die alte Abteikirche und das romantische "Alt-Sayn", Rheintal und die Eifel ahnte man im Dunst. Ein letzter Anstieg führte auf die im 30-jährigen Krieg zerstörte Burg Sayn, Stammburg der Sayn-Wittgensteiner Grafen. Nach über 200 Jahren in fremden Händen wurde sie im 19. Jhd. vom preußischen König wieder Ludwig von Sayn-Wittgenstein-Sayn geschenkt, der die Ruine sicherte und Teile rekonstruierte. Hinunter, an den Ruinen von zwei Burgmannenhäusern aus dem 14. und 15.Jhd vorbei, erfolgte nun der endgültige Abstieg zum neugotisch umgebauten und restaurierten Schloss Sayn, um dort zur Schlussrast einzukehren. Und erst als man gemütlich bei Kaffee und Kuchen saß, öffnete sich der Himmel zu einem Schauer.